Compliance-System im Start-Up

pillbox – Apotheke trifft Einfachheit.
4. November 2017
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Compliance-System im Start-Up

Unwissenheit und Versehen sind kein Schutz vor Strafe. Richten Unternehmen aber ein funktionsfähiges steuerliches Compliance-System ein, können sie sich dadurch vor dem Vorwurf eines bewussten oder leichtfertigen steuerlichen Fehlverhaltens schützen und Haftungsszenarien vermeiden.

 

 

Gründer und Start-Up-Unternehmer – gerade auch im Healthcare-Bereich – stehen vor vielen Herausforderungen, sowohl wirtschaftlicher als auch strategischer und rechtlicher Natur. Gerade die rechtlichen und steuerlichen Anforderungen bilden dabei einen hochkomplexen Zusammenhang, denn der Gesetzgeber überarbeitet die Regelungen regelmäßig – und verschärft diese ebenso oft. Deshalb wird der Umgang mit sämtlichen steuerlichen Themen immer schwieriger. Aber sogenannte Compliance-Systeme können Abhilfe schaffen.

Healthcare-Unternehmen setzen sich laufend der Gefahr aus, durch Nichtwissen oder einen fehlerhaften Umgang mit den neuen Vorschriften spürbare Sanktionen zu erleiden, besonders natürlich auf finanzieller Seite. Denn: Der Gesetzgeber verfolgt alle steuerlichen Verstöße, auch solche wegen Kommunikationslücken und Handhabungsfehlern – Unwissenheit und Versehen sind kein Schutz vor Strafe. Besonders gefährlich wird dies, weil Unternehmen für Verstöße ihrer Mitarbeiter haften und diese Verstöße gegen das Steuerrecht immer voll zu Lasten des Unternehmens, aber auch des Unternehmers gehen, mit allen finanziellen und strafrechtlichen Konsequenzen.

 

 

Dann kommt das Stichwort der steuerlichen (Tax) Compliance ins Spiel. Um Sanktionen zu entgehen, müssen Unternehmen eine Vielzahl von fiskalischen Sachverhalten überwachen. Dazu gehören unter anderem die Erfassung und Bewertung aller steuerlichen Risiken, Strukturierung und Dokumentation aller steuerlicher Vorgänge sowie die Identifikation und Implementierung steuerlicher Anpassungen. Wer dieses funktionierende steuerliche Compliance-System nachweisen kann, entgeht Strafen aufgrund (unbeabsichtigter) Verstöße der Mitarbeiter gegen steuerliche Pflichten. Diese Verstöße werden dann nicht in Gänze dem Management zugeschlagen, wie es üblicherweise der Fall ist. Häufig fallen Fehler im Rahmen einer Betriebsprüfung auf – dann folgt in der Regel eine ganze Kette an negativen Konsequenzen, die bis zu Steuerstrafprozessen reichen können.

Einhaltung aller steuerlichen Pflichten gewährleisten

Der Gesetzgeber hat jedoch im vergangenen Jahr eine Möglichkeit dazu geschaffen, dass Unternehmen sich gegen diese Risiken absichern können. Ein sogenanntes innerbetriebliches Kontrollsystem (IKS) in Form eines Tax Compliance Management-Systems kann eine protektive Wirkung entfalten und vor dem Vorwurf eines bewussten oder leichtfertigen steuerlichen Fehlverhaltens schützen. Das Bundesfinanzministerium hat vergangenen Mai in dem Schreiben „Zu § 153 AO – Berichtigung von Erklärungen“ aktiv auf die Schutzwirkung eines solchen Systems hingewiesen. Das Steuer-Compliance-Management-System implementiert Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur organisatorischen Umsetzung und Einhaltung aller steuerlichen Pflichten und sichert unternehmensinterne Richtlinien im Bereich Steuern systematisch und präventiv ab. Das sichert ein dauerhaft rechtssicheres Vorgehen und schützt Unternehmen vor schwerwiegenden Haftungsfallen.

 

Entscheidend dabei ist, dass das steuerliche Compliance-System nicht einmalig fürs gute Gewissen eingerichtet und dann liegen gelassen wird. Das System muss immer der neuesten Gesetzgebung entsprechen, und alle Maßnahmen der steuerlichen Compliance müssen durch Prüfungen bei den Mitarbeitern verankert und regelmäßig überprüft werden. Zudem gehört bei der Einrichtung des Systems dazu, Risiken anhand branchenspezifischer Prüfmuster zu analysieren, dokumentieren und bewerten und die Richtlinien erstellen, die sicherstellen, dass aus dem Unternehmen heraus keine (branchenspezifischen) Gesetzesverstöße gegen steuerliche Vorschriften erfolgen. Diese Grundsätze gelten auch bei Klein- und Kleinstunternehmen und selbst dann, wenn diese erst kurz auf dem Markt sind. Die Bewertung von Verstößen gegen die Abgabenordnung durch die Fiskal- und Strafverfolgungsbehörden hängt nicht von der Größe eines Unternehmens ab.

 

 

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Helmut König ist geschäftsführender Gesellschafter der BBWP GmbH, einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Düsseldorf, die eng mit der internationalen Wirtschaftskanzlei Beiten Burkhardt kooperiert. Die BBWP GmbH bietet umfassende Leistungen in Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und betriebswirtschaftlicher Beratung und besitzt besondere Expertise in der Begleitung mittelständischer Mandanten. Weitere Informationen findet Ihr unter www.bbwp-audit.com

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